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Trödelmarkt

Trödeln für einen guten Zweck                                                                                                                          

-> Galerie Trödelmärkte

 

Am Anfang war das Wort „Trödelmarkt“.  „ Kommt lasst uns einen Trödelmarkt organisieren, um die Religionskinder aus der Schule zu Kindertagen in die Kirche einzuladen. Vielleicht können wir von dem Erlös Bastelmaterialien kaufen oder auch einen Ausflug in die Erfurter Synagoge unternehmen.“ So ungefähr war die erste Idee von Heidi Scholz vor 19 Jahren. Zusammen mit ihrer Familie und Eltern von Religionskindern setzte sie die Idee einen Trödelmarkt zu organisieren in die Tat um. In einem kleinen Raum der Johanneskirche wurden an einem Novembernachmittag gebastelte Kleinigkeiten  und der erste Trödel verkauft. Der Erlös konnte sich sehen lassen. In nur wenigen Stunden sammelten ale Beteiligten 400 DM. Auf den kleinen Erfolg waren alle stolz und nahmen sich im kommenden Jahr einen weiteren Trödelmarkt vor.

 

Mittlerweile sind weitere achtzehn Trödelmärkte veranstaltet worden, die den kleinen Rahmen vor 19 Jahren längst gesprengt haben.

Auf zwei Etagen der Johanneskirche breitet sich der Trödelmarkt nun aus. Verkauft wird alles, was die Weimarer an Trödel spenden.

Was es gibt? Eigentlich alles : Angeln, Bücher, CD’s, Dekostoffe, Eierschneider, Filme, Geschirr, Hüte, Instrumente, Jojos, Kinderbücher, Lampenschirme, Messer, Nudelhölzer, Operngläser, Puzzle, Quetschen, Radios, Skier, Töpfe, Uhren, Videos, Waffeleisen, X-Mas Schmuck, Yogamatten, Zitronenpressen, um nur eine minimale Auswahl dessen zu nennen, was angeboten wird.

Um bei all dem vielen abgegebenen Trödel Ordnung ins Chaos zu bringen, sind zwei Wochen viele ehrenamtliche Mitarbeiter ab 17.00Uhr  beschäftigt. Nach der eigenen Arbeit stehen sie noch einmal 3-4 Stunden bereit die Kisten zu sortieren. Mehr als vierzig Helfer sind inzwischen nötig, um alles zu arrangieren. Manchmal hilft sogar die Feuerwehr aus Taubach, um die vollen Bücherkisten in die zweite Etage zu stemmen, denn unten haben die längst keinen Platz mehr. Hunderte Bücher werden so gut es geht sortiert nach Romanen, Lexika, Kinderbücher, Sachliteratur, Reiseführer etc.. Die Kisten stapeln sich unter und auf den Tischen. Es gibt gerade noch einen kleinen Gang zum Stehen.

Aber auch unten im Kirchenschiff bemühen sich die Helfer einen Weg für die Käufer zu bahnen. Die Spiele sind hoch aufgetürmt, in der Mitte der Kirche liegen Berge von Spielsachen, auf die sich die Kinder stürzen werden. Sehr gut erhaltene Dinge, wie ein Bauernhof aus Holz, Puppenhäuser, Dreiräder etc. wurden gespendet. Der ein - oder andere Papa entdeckt vielleicht sogar ein Weihnachtsgeschenk darunter. Der Tisch mit den Gläsern ist fast eine Gefahr und die Überlegung kommt auf, ob nicht Warnschilder aufgestellt werden sollten“ Vorsicht Glas – Einsturzgefahr“

Doch es ist jedes Jahr gutgegangen. Die Leute kennen ihren Trödelmarkt. Es gibt sogar einen eigenen Weihnachtsstand, der übersät ist mit Schmuck, Kerzen, Glocken, Plastetannenbäumen, Lichterketten und.. und. .und auch hier wird erfahrungsgemäß nach einem Tag die Hälfte verkauft sein.

Wenn nach zwei Wochen Annahme und Aufbau endlich der Countdown läuft und alle Helfer/innen startklar sind werden punkt zehn die Kirchentore geöffnet. Die wartende Menschenmenge rauscht in die Kirche. Zielstrebig suchen sie bestimmte Stände. Schon nach wenigen Minuten beginnt „das große Kaufen“. Nun erinnert diese Szenerie vielleicht an eine Bibelstelle, wo Jesus die Händler aus dem Tempel vertreibt .Doch Gott sei Dank wird hier nicht gewuchert und Zins eingetrieben von den Helfern. Keinen Cent davon gönnen sie sich selbst. Das gesamte Geld kommt den Weimarer Kindern zu Gute. Natürlich nach 19  Jahren nicht nur mehr für Bastelmaterialien. Inzwischen können durch den hohen Erlös ganz andere Projekte gefördert werden. So wird vom Kindertageteam Weimar oft Geld gespendet für Kinder die in sozial schwierigen Verhältnissen aufwachsen, ein Jahr lang konnten Weimarer Grundschulen für bestimmte Kinder ein Schulessen finanziert bekommen, die Religions- und Christenlehrekinder unternehmen viel, schauen sich eine Synagoge, ein Kloster oder die Himmelscheibe in Nebra an, es gibt eine Nacht, in der sie in der Kirche schlafen dürfen. Beim Kirchenschlaf gibt’s viel Spiel- und Spaß, vorbereitet vom Kindertageteam. Nicht zu vergessen die liebevoll einstudierten Schulanfängergottesdienste und Kindermusicals zu Weihnachten mit phantasievoll gezauberten Kostümen. All das, und ich habe längst nicht alles erwähnt, braucht Geld und der Erlös des Trödelmarktes wird zu diesem Zweck gegeben.

Sichtbar zweckgebundenes Geld. Jeder der hier etwas findet spendet automatisch für diese Arbeit, die das Kindertageteam zusammen mit Heidi Scholz jedes Jahr neu meistert.

Selbst wenn dem ganzen Trödelkram nichts abzugewinnen ist, kann man sich ins kleine Kaffee zurückziehen, das von fleißigen Gemeindemitgliedern eigens für den Trödelmarkt gemütlich hergerichtet wurde. An hausgemachten Kuchen kommt selbst ein Trödelmuffel nur schwer vorbei.

Am Sonntag pünktlich siebzehn Uhr schließt die Kirche wieder und das große Packen beginnt. Alles läuft routinemäßig und sehr organisiert ab. Die Feuerwehr hilft wieder beim Kistentragen. KALEB holt Spielsachen, Die Weimarer Tafel nimmt Geschirr und Haushaltsgegenstände, sogar ein paar Künstler kommen regelmäßig und holen übriggebliebene Holz und Korbreste – kurzum alles wird verwertet.

Gegen 23.00Uhr hat der Spuk nach zwei Wochen ein Ende. Alle fallen erschöpft ins Bett, um nach wenigen Stunden wieder der eigenen Arbeit nachzugehen.

Doch es hat sich wieder einmal gelohnt.

Am Ende des diesjährigen Trödelmarktes steht eine Summe, die jeden Erlös bisher  unschlagbar übertrifft: FÜNFZEHNTAUSENDDREIHUNDERTACHTUNDZWANZIG

Ja richtig - 15 328 € . Was aus einer Anfangsidee nach 19 Jahren wurde kann sich sehen lassen.

Ja, ihr fleißigen Helfer/innen, darauf dürft ihr stolz sein und jeder, der diese Arbeit miterlebt, weiß, dass das nicht zweimal im Jahr zu leisten ist.

Danke an alle Weimarer und vor allem an das fleißige Trödelmarkt Team. Ohne ihr Engagement wäre dieser  enorme Erfolg des Trödelmarktes undenkbar.

Ein echter Weimarer kennt Heidis Trödelmarkt und erwartet ihn schon sehnsüchtig, vielleicht um etwas auszurangieren oder vielleicht auch weil er noch einen Gänsebräter fürs Weihnachtsfest braucht. Wozu teuer neu kaufen für einen Gänsebraten im Jahr?

Beim Trödelmarkt in der Johanneskirche wird man ganz bestimmt fündig und spendet dazu noch für einen guten Zweck.

 

Galerie Trödelmärkte:

Trödelmarkt 2011

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Trödelmarkt 2012

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